Du liebst das Reiten, aber manchmal fühlt es sich an, als würdest du gegen dein Pferd kämpfen, anstatt mit ihm zu tanzen? Frustration, Unsicherheit und das Gefühl, nicht genug zu sein, schränken deine Freude und deinen Erfolg im Sattel ein?
Dann bist du hier genau richtig! In diesem Blogbeitrag zeige ich dir, wie du mit mentalem Training Blockaden lösen und mit mehr Leichtigkeit, Selbstvertrauen und Freude reiten kannst.
Die innere Einstellung – der unsichtbare Schlüssel zum Erfolg
Die meisten Reiter konzentrieren sich auf die physische Reittechnik. Natürlich ist die richtige Hilfengebung wichtig. Doch meine langjährige Erfahrung zeigt: Die innere Einstellung ist mindestens genauso entscheidend!
Deine Gedanken, Gefühle und Überzeugungen beeinflussen nicht nur dein eigenes Reiten, sondern auch die Kommunikation mit deinem Pferd. Denn dein Pferd spürt deine Anspannung, deine Unsicherheit – und reagiert darauf. Ein verspannter Reiter führt zu einem verspannten Pferd. Ein unsicherer Reiter führt zu einem unsicheren Pferd.
Mental und körperlich sind wir mit unserem Pferd zutiefst verbunden. Unser Innenleben spiegelt sich in unserem Aussen wider – und überträgt sich unmittelbar auf unser Pferd. Doch wie genau entsteht diese Wechselwirkung?
Der Energiekreis Mensch-Pferd – im Einklang reiten
Ich habe ein Modell entwickelt, das die Wechselwirkung zwischen Reiter und Pferd verdeutlicht: Den Energiekreislauf.

Energiekreislauf
Stelle dir vier Zahnräder vor, die ineinander greifen, hier in Farben dargestellt:
Orange: Dein mentaler Zustand
Rot: Dein Körper
Gelb: Der mentale Zustand deines Pferdes Violett: Körper des Pferdes.
Funktioniert ein Zahnrad nicht optimal, wirkt sich das auf das gesamte System aus.
Dabei ist es meistens der Reiter, der den ersten Impuls setzt – im Guten wie im Schlechten. Bist du innerlich angespannt, verspannt sich auch dein Körper. Dein Pferd spürt diese Anspannung, wird selbst unsicher und körperlich steif. Ein Teufelskreis aus Missverständnissen und Frustration entsteht. Bist du hingegen mental entspannt und ausgeglichen, überträgt sich auch das auf deinen Körper und dein Pferd. Ihr kommt in einen positiven Energiefluss und könnt immer feiner miteinander kommunizieren. Vertrauen und Harmonie entstehen.
Doch wie durchbrichst du negative Impulse und setzt stattdessen positive Signale für dich und dein Pferd? Der erste Schritt ist ganz einfach: Bewusstes Atmen.
Praktische Übung: Die bewusste Atmung
Ein erster wichtiger Schritt zu mehr Leichtigkeit ist die bewusste Atmung. Tiefes, bauchgebundenes Atmen beruhigt nicht nur deinen Geist, sondern wirkt sich auch entspannend auf dein Pferd aus. Wenn du ruhig und gelassen bist, spürt dein Pferd das sofort und wird selbst gelassener.
Probiere es am besten gleich einmal aus:
- Atme tief in deinen Bauch hinein und spüre, wie er sich sanft ausdehnt.
- Dann atme langsam wieder aus und lasse alle Anspannung mit der Ausatmung los.
- Wiederhole die tiefe Bauchatmung mehrmals und achte darauf, wie sich deine Körperhaltung und deine Stimmung verändert.
Mit jedem Atemzug wirst du präsenter, deine Mitte stabiler, dein ganzer Körper geschmeidiger. Genau das überträgt sich auch auf dein Pferd – es spürt deine Entspannung und lässt seinerseits los.
Die Bauchatmung ist eine einfache, aber enorm wirkungsvolle Übung, die du jederzeit praktizieren kannst: Vor dem Aufsitzen, bei Unsicherheit, in Stresssituationen – wann immer du und dein Pferd einen Moment der Ruhe und Zentrierung braucht.
Atme tief durch – und reite mit einem Lächeln los! Du wirst überrascht sein, wie schnell und nachhaltig du dadurch zu mehr Ruhe und Klarheit kommst und wie positiv sich das auch auf dein Pferd überträgt.
Die Macht der Gedanken – positiv denken, positiv reiten
Negative Gedanken wie „Ich schaffe das nicht» oder „Mein Pferd wird wieder scheuen» verstärken deine Unsicherheit und blockieren dich mental und körperlich. Wenn du ängstlich und zweifelnd in den Sattel steigst, spürt dein Pferd sofort, dass etwas nicht stimmt. Es wird deine Anspannung übernehmen, selbst zögerlich und unsicher werden.
Eure Kommunikation wird unklar, Missverständnisse häufen sich. Ein Teufelskreis aus Verunsicherung entsteht – und reitet mit. Doch es gibt einen Ausweg: Indem du negative Gedanken gezielt in positive umwandelst!
Mach es dir zur Gewohnheit, dein inneres Selbstgespräch zu beobachten. Ertappst du dich dabei, dass du dich selbst kritisierst oder zweifelst? Dann hinterfrage diesen Gedanken! Ist er wirklich wahr – oder nur eine verzerrte oder einseitige Sichtweise?
Lenke dein Denken bewusst in eine positive, bestärkende Richtung. Sage dir Sätze wie: „Ich vertraue mir und meinem Pferd», „Wir sind ein tolles Team», „Gemeinsam meistern wir jede Herausforderung». Wiederhole solche Affirmationen regelmässig – sie sind pures Futter für dein Selbstvertrauen!
Je öfter du dich selbst mental stärkst, desto mehr strahlst du diese Zuversicht auch aus. Du wirst innerlich ruhiger, klarer, selbstsicherer. Und dein Pferd? Das entspannt sich ebenfalls. Es spürt: Mein Reiter ist voll da, er weiss, was er tut. Darauf kann ich mich verlassen.
Vertrauen und Kooperation wachsen, eure Kommunikation wird feiner. Reiten fühlt sich leicht und mühelos an – weil du innerlich stark und klar bist. Weil du weisst, dass du auf deine Fähigkeiten vertrauen kannst. Und weil du deinem Pferd dieses Vertrauen ebenfalls schenkst.
Probiere es selbst aus: Beobachte deine Gedanken beim Reiten. Sind sie eher ängstlich, zweifelnd, kritisch? Dann lade ich dich ein, sie jetzt zu hinterfragen! Was wäre, wenn du stattdessen voller Zuversicht und Bestärkung mit deinem Pferd umgehst?

Überlege dir konkrete positive Affirmationen, die dich unterstützen. Schreibe sie auf, sage sie laut zu dir selbst. Je öfter, desto besser! So verankerst du ein neues, ermutigendes Selbstgespräch in deinem Kopf.
Und keine Sorge: Es braucht etwas Übung, bis sich dieser mentale Muskelkater in Wohlgefühl verwandelt. Bleib einfach dran – es lohnt sich! Mit der Zeit wirst du merken, wie viel entspannter und vertrauensvoller dein Pferd auf dich reagiert.
Im nächsten Abschnitt erfährst du, wie du noch einen Schritt weitergehst und gezielt deine Selbstzweifel in den Griff bekommst. Denn die können dir immer wieder einen Strich durch die (Reit-)Rechnung machen – aber nicht mit dir!
Mach dich stark für dich und dein Pferd. Glaube an dich. Vertraue euch. Mit der Macht deiner Gedanken erschaffst du eure ganz eigene Leichtigkeit!
Selbstzweifel überwinden – du bist gut genug!
Hand aufs Herz: Kennst du das auch? Du möchtest eine Lektion oder einen Parcours perfekt reiten, vor anderen gut aussehen, keine Fehler machen. Und dann passiert genau das Gegenteil – und die Selbstzweifel übernehmen die Zügel. «Das kann ich nicht!», «Alle sehen, dass ich das nicht draufhabe!», «Ich schade meinem Pferd damit!».
Stopp! Ich verspreche dir: Du bist gut genug, so wie du bist. Mit all deinen Stärken und auch Unsicherheiten. Dein Pferd liebt dich nicht, weil du perfekt reitest. Sondern weil du DU bist.
Also, atme tief durch und fokussiere dich auf das, was schon gut läuft. Hast du in letzter Zeit neue Lektionen gelernt? Seid ihr entspannt einen Ausritt, eine Lektion oder Parcours geritten? Gab es Momente tiefer Verbindung zwischen dir und deinem Pferd? Genau darauf kommt es an!
Feiere deine Fortschritte, auch wenn sie dir klein erscheinen. Jeder Schritt zählt! Mach dir diese bewusst, indem du dir ein Erfolgstagebuch anlegst. Notiere jeden Tag die positiven Dinge, die gut geklappt haben oder wofür du dankbar bist. So schulst du deinen Blick fürs Positive und dein Selbstvertrauen wächst.
Wenn dich Selbstzweifel trotzdem mal wieder übermannen, dann frag dich: «Was würde ich meiner besten Freundin in dieser Situation sagen?» Sicher wärst du verständnisvoll und aufmunternd zu ihr, oder? Gönne dir selbst die gleiche Freundlichkeit! Sprich zu dir wie zu einer lieben Freundin, die gerade an sich zweifelt. Was würdest du ihr sagen? Vermutlich etwas wie: «Hey, das ist doch total verständlich, dass dich das verunsichert. Aber ich sehe, wie viel du schon erreicht hast! Darauf kannst du echt stolz sein! Und selbst wenn es mal hapert – du bleibst ein toller Mensch. Glaub an dich!»
Probier das mal aus – sage diese Sätze laut zu dir selbst, vielleicht sogar vor dem Spiegel. Schreibe dir die positiven Leitsätze (Affirmationen) auf und platziere sie sichtbar. Mache sie zu deinem neuen Selbstgespräch, immer und immer wieder!
Letztens erzählte mir eine Kundin von ihren Zweifeln. Sie ist eine feinfühlige, versierte Reiterin, aber im Gelände verlässt sie immer wieder der Mut. Bei einem Ausritt scheute ihr Pferd vor einem kleinen Baumstamm und sie dachte sofort: «Ich bin zu unsicher, das verunsichert mein Pferd nur noch mehr! Ich sollte besser zuhause bleiben.» Aber dann hielt sie einen Moment inne, atmete bewusst in ihren Bauch und erinnerte sich: Beim letzten Ausritt waren sie und ihr Pferd ein perfektes Team – selbst als ein Hase aus dem Gebüsch sprang, blieben sie beide entspannt. «Das hat gezeigt, wie sehr wir uns vertrauen. Das kriegen wir jetzt auch hin!», sagte sie sich. Und tatsächlich: Mit diesem Vertrauen im Rücken näherte sie sich dem Baumstamm erneut – und ihr Pferd ging völlig gelassen drüber!
Genauso ist das mit den Selbstzweifeln: Sie werden immer mal wieder auftauchen, das ist ganz normal. Aber du hast es in der Hand, wie du damit umgehst. Nutze die Power deiner Gedanken für dich! Schau auf das, was du schon alles Tolles erreicht hast mit deinem Pferd. Mache dir deine Stärken bewusst. Und vor allem: Sei nett zu dir! Mit jedem aufmunternden Satz, mit dem du dich selbst unterstützt, verlieren die Zweifel ein Stück an Macht.
Mental stark werden ist ein Prozess
Ja, es braucht etwas Übung, bis sich das positive Selbstgespräch etabliert hat. Aber es ist so wertvoll – für dich und für dein Pferd! Denn wenn du selbstbewusst und mit dir im Reinen bist, kann dein Pferd das spüren. Es wird ruhiger, vertrauensvoller, kooperativer. Eure Verbindung vertieft sich. Und das Reiten fühlt sich leichter, harmonischer, freudvoller an. Weil du dir selbst vertraust, mit all deinen wunderbaren Facetten. Weil du weisst, dass du genau richtig bist. Und weil du diese Gewissheit auch deinem Pferd schenkst.
Selbstvertrauen ist der Schlüssel zu einem erfüllten Miteinander von Reiter und Pferd. Es ist die Basis, auf der Verständnis, Freude und Leichtigkeit wachsen können. Deshalb, meine liebe Leserin, mein lieber Leser: Nimm deine Selbstzweifel nicht so schwer! Sie sind menschlich und zeigen nur, dass dir deine Entwicklung wichtig ist.
Begegne ihnen mit Gelassenheit und Wohlwollen. Richte deinen Blick auf all das Positive in dir und deinem Pferd. Erinnere dich an eure Erfolge.
Feiere eure Fortschritte. Und sprich mit dir wie mit deinem besten Freund – voller Verständnis, Zuspruch und Liebe.

Probiere die Strategien aus diesem Blog am besten gleich aus. Sei mutig und bleib dran, auch wenn es ungewohnt ist. Du wirst merken, wie dein Selbstvertrauen von Tag zu Tag wächst. Und wie dein Pferd darauf reagiert – voller Vertrauen und Hingabe.
Du hast alles in dir, was du brauchst, um eine erfüllte, freudvolle Partnerschaft mit deinem Pferd zu leben. Glaube an dich! Und geniesse einfach die Reise mit deinem Weggefährte – mit all ihren wunderbaren Facetten.
Also, liebe Reiterin, lass uns die Schlüsselpunkte nochmal festhalten:
Dein Selbstvertrauen im Sattel (und auch ausserhalb davon) stärkst du, indem du:
- Deine Erfolge und Fortschritte feierst und dich auf deine Stärken fokussierst. Erinnere dich immer wieder an all die Momente, in denen du und dein Pferd grossartig wart!
- Mit dir selbst so mitfühlend und verständnisvoll sprichst, wie mit deinem besten Freund. Sei tolerant dir selbst gegenüber und begegne dir mit Wohlwollen und Freundlichkeit, gerade wenn du mal nicht perfekt warst.
- Deine Gedanken bewusst auf Ermutigung, Zuversicht und Positivität lenkst. Was du wiederholst denkst, glaubst du irgendwann – also mache positive Gedanken und Affirmationen zu deiner neuen Gewohnheit!
Rome wasn’t built in a day – und dein Selbstvertrauen auch nicht. Es ist okay, wenn du immer mal wieder zweifelst. Entscheidend ist, dass du dranbleibst. Dass du die Übungen regelmässig machst. Dass du dir Gutes tust. Und dass du dir selbst glaubst.
Mit jedem Tag, an dem du mutig vorangehst, wird dein Selbstvertrauen wachsen. Und damit auch das grenzenlose Vertrauen und die tiefe Verbindung zwischen dir und deinem Pferd. Ist das nicht wunderbar?
Ich bin so dankbar für jede Reiterin, die ich auf ihrer Reise zu mehr Selbstbewusstsein, Freude und Leichtigkeit im Sattel begleiten darf. Es macht mich glücklich, so viele tolle Veränderungen miterleben zu dürfen.
Wenn auch du noch tiefer in das Thema mentale Stärke eintauchen und dein Selbstvertrauen im Sattel auf ein neues Level heben möchtest, dann habe ich etwas Besonderes für dich:
In meinem Buch «Mentales Reittraining mit Herz» (neu auch als Hörbuch erhältlich) verrate ich dir meine besten Strategien, mit denen du deine Zweifel in den Griff bekommst, deine Stärken aktivierst und eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Pferd aufbaust. Lerne effektive Mentalübungen kennen, die du sofort in deinen Reitalltag integrieren kannst – für noch mehr Freude, Gelassenheit und Leichtigkeit.
Oder wie wäre es mit einem persönlichen Mentalcoaching*? Gemeinsam finden wir genau die Ansätze, die dich weiterbringen. Wir stärken dein Selbstbewusstsein, sodass du zum mental starken Teampartner für dein Pferd wirst – und nebenbei auch in allen anderen Lebensbereichen selbstbewusster und gelassener agierst. Beantworte mir dafür ein paar Fragen, dann finden wir in einem kostenloses Weg-zum-Ziel Gespräch heraus, wie ich dich unterstützen kann!
Worauf wartest du noch, liebe Pferdefreundin? Starte jetzt dein mentales Upgrade! Ich freue mich darauf, dich und dein Pferd dabei zu begleiten!
Herzlichst
Deine Anita
Liebe Anita,
Ich fand deinen Beitrag sehr inspirierend und motivierend – vielen Dank dafür! Vermutlich gehen wir alle mit uns selbst viel zu streng um, in allen Lebensbereichen.
LG Steffi
Liebe Steffi,
vielen Dank für deine lieben Worte! 🥰 Du hast absolut recht – oft sind wir viel strenger mit uns selbst, als wir es mit anderen wären. Dabei hilft es so sehr, sich bewusst freundlicher und geduldiger mit sich selbst zu sein. Schön, dass dich der Beitrag inspiriert hat! 💛
Liebe Grüsse
Anita